Dieses Bild zeigt die Groessenverhaeltnisse Sonne / Erde in Verbindung mit einem  Massenauswurf auf der Sonne und dessen Wirkung auf das Magnetfeld der Erde. (Quelle: sohowww.nascom.nasa.gov)

Polarlichter treten in je einer ringfoermigen Zone als Leuchterscheinung um die Polargebiete

unserer Erde auf. Sie beschraenken sich auf zwei Ovale von im allg. 5 Breite, die auf der Tag-

seite der Erde etwa 12, auf der Nachtseite etwa 22 Abstand von den magnetischen Polen haben.

Um die Polkappen herum sind PL fast immer sichtbar. Gelegentlich sind sie aber auch in Europa

bis in die Mittelmeerregion nachts zu sehen. Die PL treten in Form von ruhigen oder in der Hellig-

keit pulsierenden Boegen und Flaechen oder in ihrer Intensitaet und Stellung rasch wechselnden

Strahlen auf. Die Farbe der PL ist gruenlich, blaeulichweiss oder rot. Die starken gruenen (mit

einer Wellenlaenge von 558 nm) und die roten (mit 630 und 636 nm) Polarlichtlinien sind "verbotene"

Linien des Sauerstoffes. Gelegentlich treten auch Wasserstofflinien der Balmerserie auf. Die Hoehe

der PL liegt meist zwischen 100 und 300 km ueber der Erdoberflaeche. Die Strahlenlaengen be-

tragen im Mittel etwa 140 km, doch reichen sehr lange Strahlen manchmal bis in eine Hoehe von

800 bis 1000 km und aus dem Erdschatten hinaus. PL werden durch die von der Sonne ausgehende

Teilchenstrahlung verursacht, welche hauptsaechlich aus Protonen und freien Elektronen besteht.

Bei ihrer Wechselwirkung mit dem Magnetfeld in der aeusseren Erdmagnetosphaere werden

elektrische Ringstroeme induziert, die im Bereich der Polarlichtovale fliessen. Traeger dieser

Stroeme sind energiereiche Elektronen, die die Atome der Hochatmosphaere durch Zusammen-

stoss zum Leuchten anregen. Die PL sind permanente Erscheinungen, die aber am Tag durch

den hellen Himmelshintergrund ueberstrahlt werden. Ein sehr intensiver solarer Teilchenstrom

(z.B. durch Coronal Hole / CME) bewirkt eine grosse Breite der Polarlichtovale, eine hohe Intensitaet

und eine gute Sichtbarkeit der Polarlichter. Das Auftreten starker Polarlichterscheinungen ist mit

erdmagnetischen Stoerungen gekoppelt und zeigt einen deutlichen Haeufigkeitsgang mit der

Sonnenfleckenperiode D.h., es werden in den naechsten Jahren wieder weniger PL zu sehen sein.

Das naechste Sonnenfleckemaximum wird in den Jahren 2009 - 2011 erwartet.

(Quelle: Lexikon der Astronomie bzw. http://sohowww.nascom.nasa.gov)